Buchvorstellung mit Kersten Knipp „Die zwei Leben des Arthur Rimbaud“
Das bizarre Leben eines Kultstars, der u.a. auch als Pop-Ikone in die Literatur- und Musikgeschichte eingegangen ist. Von Bob Dylan über Van Morrison und Jim Morrison bis hin zu Patty Smith oder Paul Celan, Klaus Mann, Trakl und die Beat Poeten: alle beschäftigten sich mit dem den literarischen Texten von Arthur Rimbaud (1854 – 1891). Doch das unstetige Leben des im Alter von nur 37 Jahren früh verstorbenen Dichters hatte noch eine finstere zweite Seite als Kolonial- und Waffenhändler in Afrika…

Im Herbst 1871 traf der 17-jährige Arthur Rimbaud in Paris ein – ein rebellischer Dichter, dessen Texte Paul Verlaine und die Pariser Bohème in Aufruhr versetzten. Innerhalb weniger Jahre schrieb Rimbaud Gedichte, die ihn posthum zum Idol der Symbolisten, Surrealisten und der Popkultur machten. Doch bereits mit 21 Jahren verstummte er literarisch.
Kersten Knipps Buch beleuchtet erstmals auch die zweite, kaum bekannte Lebenshälfte Rimbauds intensiv: den radikalen Bruch mit der Kunst hin zu einem rastlosen Leben als Händler und Abenteurer. In Afrika bewegt sich Rimbaud zwischen Karawanen und Kolonialhändlern, verkauft Kaffee, Elfenbein und Waffen – ein Leben fernab der europäischen Literaturszene, geprägt von Entbehrung und einer unstillbaren Sehnsucht nach Bewegung. Knipp zeichnet das Porträt eines Mannes, der sich selbst neu erfand und dabei zum Mythos wurde.
Es ist dies die einzige aktuelle Biografie über Arthur Rimbaud. Darüberhinaus ist dies die ganze Geschichte der Dichterikone – von der Pariser Avantgarde bis zum Waffenhandel in Afrika.

Dr. Kersten Knipp, geb. 1966, ist freier Politik-Redakteur bei der Deutschen Welle, arbeitet für den Deutschlandfunk und verschiedene Sender der ARD und ist Autor u. a. für die Neue Zürcher Zeitung. Seine Schwerpunkte sind die Zeitgeschichte sowie Politik in Nahost und der arabischen Welt. Neben vielen anderen Büchern erschien von ihm 2019 „Die Kommune der Faschisten: Gabriele D’Annunzio, die Republik von Fiume und die Extreme des 20. Jahrhunderts“ und 2020 „Paris unterm Hakenkreuz. Alltag im Ausnahmezustand“.
Eintritt frei
Veranstalter: Institut für Romanische Philologie der Philipps-Universität Marburg, Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V., Deutsch-Französische Freundschaftsgesellschaft Marburg e.V., Weltladen Marburg

