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getimage Susanne Heim Cover
Wann
19. November 2026    
18:00 - 20:00
Wo
Hessisches Staatsarchiv Marburg
Friedrichsplatz 15, Marburg, 35037
Veranstaltungstyp

Buchvorstellung mit Susanne Heim „Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933 – 1945“

„Deutschland muss ihnen ein Land ohne Zukunft sein“: Nach dieser Devise wurden Juden in Deutschland bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs entrechtet, enteignet und gedemütigt, um sie außer Landes zu treiben. Doch wohin? Susanne Heim hat erstmals systematisch untersucht, welche perfiden Barrieren die freien Länder der Welt gegen die Flüchtlinge errichteten. Ihr anschaulich erzähltes Buch führt eindringlich vor Augen, warum nur so wenigen Juden die Flucht gelang  – bis der NS-Staat die Emigration verbot und den Massenmord organisierte.

In Deutschland drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Juden verzweifelt, sich ins Ausland zu retten. Doch potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jeder weiteren deutschen Expansion stärker ab. Der Völkerbund und die US-Regierung bemühten sich erfolglos, die Flüchtlingspolitik zu koordinieren: Auf der Konferenz im französischen Évian berieten im Juli 1938 Staaten und Hilfsorganisationen über die Aufnahme von Flüchtlingen – ohne Ergebnis. Die Nazis höhnten, niemand wolle die Juden haben. Weil Flüchtlingen eine reguläre Einreise verwehrt blieb, bestiegen sie seeuntüchtige Boote, bezahlten Fluchthelfer und gingen illegale Wege, um sich in Sicherheit zu bringen. Susanne Heims konzises und anschauliches Buch ist ein großer Wurf: Noch nie wurden die internationale Flüchtlingspolitik und ihr dramatisches Scheitern so umfassend beschrieben. Eine notwendige und beklemmende Lektüre, denn die demokratischen Staaten scheinen bis heute nur wenig dazugelernt zu haben.

Rezensionen:

„Es ist ein grundlegendes Werk: Noch nie wurden die internationale Flüchtlingspolitik und ihr dramatisches Scheitern so umfassend beschrieben. Eine notwendige und beklemmende Lektüre, denn die demokratischen Staaten scheinen bis heute nur wenig dazugelernt zu haben.“
taz

„Eine eindringliche Studie über das Versagen der Staatengemeinschaft vor dem Holocaust.“
Sachbuchbestenliste von Deutschlandfunk Kultur, ZDF und DIE ZEIT

„Am einzelnen Beispiel macht sie das Massenphänomen der Judenverfolgung nachvollziehbar, gerade für Leserinnen und Leser, die nicht Geschichte oder Politik studiert haben.“
Deutschlandfunk

„Susanne Heim zeichnet eindrucksvoll nach, wie jüdische Emigrationspläne in der NS-Diktatur an der Hartherzigkeit der Staatenwelt scheiterten.“
Süddeutsche Zeitung

Susanne Heim, Historikerin und Politikwissenschaftlerin, war Projektleiterin der wissenschaftlichen Edition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 bis 1945“, Gastprofessorin in Wien und hat an einschlägigen Institutionen und Archiven in Jerusalem, Washington, Cincinnati und New York geforscht. Zahlreiche Veröffentlichungen und Bücher mit dem Schwerpunkt Geschichte des Nationalsozialismus in den verschiedensten Verlagen.

Eintritt frei

Veranstalter: Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Marburg e.V. (GCJZ), Arbeitskreis Landsynagoge Roth e.V. und Geschichtswerkstatt Marburg e.V.

 

 

Die Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V. wird von der Stadt Marburg und vom Land Hessen über LAKS Hessen gefördert.

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